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lyrix - Bundeswettbewerb für junge Lyrik logo

Monatsthemen und Gewinner*innen

15-20 Jahre

eine leichte verschiebung des strömungsverlaufs

Die Jury hat entschieden!

Wettbewerb im Dezember 2022

Woraus besteht die Welt? Welche Substanzen gibt es, welche Teilchen, welche Kräfte? Diese Fragen sind nicht nur naturwissenschaftlich relevant, sondern auch philosophisch. Wir möchten euch mit unserem letzten Monatsthema für die diesjährige Wettbewerbsrunde dazu aufrufen, euch ganz konkret mit einer Substanz, einem Element, einem Material eurer Wahl lyrisch auseinanderzusetzen. Welche spannenden Materialien gibt es? Welche Substanzen können ungewöhnliche Formen annehmen? Spielt ein spezielles Element eine besondere Rolle in eurem Leben? Hat euch schon mal die Beschaffenheit eines Gegenstands überrascht?

Gibt es tatsächlich eine Flüssigkeit, auf der man laufen kann? Ja! Sogenannte nicht newtonsche Flüssigkeiten verhalten sich wie gewohnt, wenn man keinen Druck auf sie ausübt. Schlägt man allerdings darauf, reagieren sie wie ein fester Körper – eindrücklich sichtbar in dem GIF, das wir euch rechts zeigen. Wenn euch die Hintergründe dazu interessieren, schaut mal hier beim WDR vorbei. In der Erklärung findet ihr unter anderem eine Anleitung, wie ihr selbst so eine Flüssigkeit herstellen könnt. Macht auch Großen Spaß!

Auch das Gedicht der Lyrikerin Hannah Schraven, das wir euch im Dezember vorstellen möchten, widmet sich den Flüssigkeiten. Es zeigt und verknüpft Wasser (und Limonade) auf ganz unterschiedliche Art: Über den Blick in ein Aquarium, die hohe Luftfeuchtigkeit im Raum und schließlich die Aufnahme von Flüssigkeit in den eigenen Körper, um ihn wieder in Balance zu bringen, lässt es uns die (Nicht-)Trennung von Innen und Außen, Mangel und Überfluss sowie ihre feinen Zusammenhänge auf poetische Weise erfahren.

Habt ihr ein bestimmtes Material oder Element, das euch überrascht, beschäftigt, begleitet? Im Kleinen, Persönlichen oder im „großen Ganzen“ des Weltgefüges? Schickt uns im Dezember eure Gedichte zum Thema „eine leichte verschiebung des strömungsverlaufs“!

Wir von lyrix wünschen euch eine schöne Weihnachtszeit und schon jetzt einen fantastischen Start in das neue Jahr! Schaut gerne auch bei unserem Adventskalender auf Instagram vorbei!

forever dolphin love I #2

Hannah Schraven

# 2
was mich momentan am tropf hält sind kaugeräusche und eine leichte verschiebung des
strömungsverlaufs. die guppys interessieren mich nicht. sie gleiten als hätte jemand eine tüte
flauschiger pixel ins all gekippt. schwarmintelligenz. was mich interessiert ist das leichte erzittern der
hydrocotyle tripartita immer wenn ein fisch auf 2.2036 grad vorbeischwimmt. dann wird mir schwül
und ich hole mir eine biozisch aus dem kühlschrank

Weiterführende Informationen

Hannah Schraven studierte Kulturwissenschaften in Berlin und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektives ad hoc. In ihren Texten erprobt sie neue poetische Formate, die sich an der Schnittstelle von Text, Sound und Bild bewegen.
2021 war sie Finalistin des Leonce-und-Lena-Preises, 2020/21 war sie mit Arbeiten u. a. auf dem ZEBRA Poetry Film Festival, dem 21. Berliner Poesiefestival, bei der Lesereihe Kabeljau & Dorsch sowie der Ausstellung art.poetry.space des Ursula Blickle Lab in Karlsruhe vertreten.
Veröffentlichungen u. a. in Das Narr, Transistor – Zeitschrift für zeitgenössische Lyrik, Manuskripte, ­ magazine.
hannahschraven.de

Videos zum Monatsthema

Lesung Monatsgedicht und Schreibimpulse von und mit Hannah Schraven

Die Jury hat entschieden!