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lyrix - Bundeswettbewerb für junge Lyrik logo

Monatsthemen und Gewinner*innen

10-14 Jahre

grau / aber ohne grauen

Die Jury hat entschieden!

Wettbewerb im November 2022

Jetzt naht sie wieder: die Weihnachtszeit. Und mit Feiertagen ist für viele auch eine große Portion Familienzeit verbunden. In diesem Monat fragen wir euch daher: Was ist schön und was ist aber auch nervig, wenn eure Familie aufeinandertrifft? Schreibt euch die erinnerungswürdigsten, peinlichsten, nervigsten, langweiligsten, traurigsten, berührendsten Situationen in Gedichtform von der Seele.

„grau / aber ohne grauen" heißt es in dem Gedicht der Lyrikerin Julia Mantel, die sich diese Fragen auch gestellt hat. In ihrem Text „kriftel/ts an weihnachten, / (ohne) grau(en)" beschreibt sie, wie jemand zu Weihnachten die Familie besucht und dabei widersprüchliche Gefühle empfindet. Wie fühlt es sich an, an den Ort, an dem man großgeworden ist, zurückzukehren? Welche Erinnerungen verbindet ihr damit? Wie verändern sich Familien über die Jahre?

 

Wie geht es euch mit der sogenannten grauen Jahreszeit, den Feiertagen und den damit oft verbundenen Familientreffen? Seid ihr jetzt schon genervt? Oder freut ihr euch darauf? Schreibt uns von euren denkwürdigsten, spannendsten und ödesten Familienfeiern und schickt uns im November eure Gedichte zum Thema „grau / aber ohne grauen"!

 

P.S.: Wenn ihr dieses Jahr mal wieder auf einer langweiligen Familienfeier seid, vertreibt euch die Zeit doch vielleicht mit einem Weihnachtsrätsel wie dem nebenstehenden. Für alle, die nicht lange überlegen wollen: Die Lösung findet ihr weiter unten

kriftel/ts an weihnachten, (ohne) grau(en)

Julia Mantel

vater klug
mutter stief
ein maskiertes
weihnachten
im trio-konzert

grau
aber ohne grauen
fragt mich vater
später
im auto
während wir
am friedhof
entlang fahren:

„ich weiß,
du hast diesen
vorort immer
gehasst,
es war nicht
paris, es war

nicht nyc,
aber wir haben
für dich
einen platz
im familiengrab
reserviert.
findest du
das okay?“

kurz muss
ich schlucken
bis ich
schließlich
lange nicke
und einfalle
in den
heiligen
gesang.

 

aus: Julia Mantel: Wenn du denkst, die Karibik steht Dir zu (c) 2021 Edition Faust, Frankfurt am Main

Weiterführende Informationen

Julia Mantel
Geboren 1974 in Frankfurt am Main, Kindheit und Jugend im Vordertaunus, Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Lüneburg. Seit 2000 Konzentration auf Lyrik. 2005 Gründung des Konzeptlabels „Unvermittelbar“: unvermittelbar.de
Publikation von vier Lyrikbänden: „new poems“ (2008), „dreh mich nicht um“ (2011), „Der Bäcker gib mir das Brot auch so“, „Wenn Du eigentlich denkst, die Karibik steht dir zu“ (2021). Projekt- und Brückenstipendium der Hessischen Kulturstiftung 2020/2021. Sonderstipendium „Ausgefallen“ des Deutschen Literaturfonds (2022). Gründungsmitglied des Frankfurter Lyrikkollektivs „Salon Fluchtentier“, Vize-Vorsitzende des Hessischen Schriftstellerverband (VS). Lebt als Lyrikerin, Strickkünstlerin und Allroundjobberin in Frankfurt am Main.

Die Lösung zum obigen Rätsel „Schreck am Weihnachtsmorgen":

Jemand hat allen Schneemännern die Möhrennase geklaut! Charly glaubt, dass es die Rentiere vom Weihnachtsmann waren, weil er vergessen hat, ihnen einen kleinen Snack hinzustellen: Kekse und Milch für den Weihnachtsmann, Möhren für die Rentiere. So ist es in den USA Brauch.

Videos zum Monatsthema

Lesung Monatsgedicht und Schreibimpulse von und mit Julia Mantel

Die Jury hat entschieden!